Selfpublisher? Ja, für mich nur so!

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Wie oft ich hier Artikel publiziere, kann ich noch nicht sagen. Was mich dazu bewogen hat, einen Blog zu starten? Ganz einfach. Als Neuling unter den Autoren, die ein Buch veröffentlicht haben, stoße ich generell auf Ablehnung. Nein, nicht weil mein Roman schlecht ist, sondern weil ich ihn als Selfpublisher veröffentlicht habe. In diversen Bücherforen kursiert nämlich hartnäckig die Meinung, dass selbst publizierte Bücher allesamt Schrott sind, vor Rechtschreibfehler und inhaltlichem Chaos nur so strotzen. Diese Meinung ist natürlich nicht ohne Grund entstanden. Heute finden sich im Netz „Verlage“, die ehrlich gesagt jeden Scheiß, und damit meine ich wirklich jeden Scheiß veröffentlichen. Absolut egal, was in dem Buch steht oder wie es am Ende daherkommt. Hauptsache der Autor zahlt brav und macht die ganze Arbeit selber.

Ich selbst habe eine Bekannte, die mir voller Stolz ihr Kinderbuch (den Probedruck) gezeigt hat. Also, von einem Verlag könnte man zumindest schon erwarten, dass er dem Autor mitteilt, dass das Layout überhaupt nicht passt, die Schriftart wie eine Ohrfeige aus dem Nichts die ganzen selbst gemalten Illustrationen zerstört und auch der Preis im Verkauf so hoch angesetzt ist, dass dieses Buch niemals Käufer findet. Aber mit den Träumen der Menschen macht man eben schnelles Geld und das mit null Aufwand. Ich schätze 98 % der potenziellen Leser geben Selfpublishern genau aus diesem Grund gar keine Chance. Das ist schade, denn nicht jede/r veröffentlicht sein Buch selber, weil kein Verlag das Werk angenommen hat.

 

Warum Selbstpublisher?

Ich habe acht Jahre lang für eine regionale Zeitung geschrieben. Gut, ich war da „nur“ die PR Redakteurin, aber auch das erfordert Schreibkenntnis. Aber je länger ich diese Arbeit gemacht hatte, desto mehr vermisste ich das ungeschönte Schreiben. Worte, die leise aus dem Innersten kommen und nicht dem Zwang unterliegen, nach außen hell strahlen zu müssen.

Dieser innere Kampf endete im August 2014 unfreiwillig. Das Schicksal beendete dann ungefragt meine innere Zerrissenheit, wenn auch etwas hinterhältig.

Ein Schlaganfall, der mich für mehrere Monate so richtig aus dem geplanten Lebenskonzept geworfen hat. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mir das gefallen lassen hätte. Ich gehöre nicht zur Sorte Mensch, die jammert. Nein, ich ziehe mein Schwert und nehme den Kampf auf.

Ich habe ihn gewonnen, denn heute merkt mir niemand mehr an, dass ich einen heftigen „Rumms“ unter dem Dach hatte. Das Motorische war schnell zurück. Die kognitiven Defekte erforderten etwas mehr Zeit. Geduld, eine Eigenschaft, die mir bis dahin gänzlich fehlte. Aber man lernt nie aus. Wie auch immer, den Beruf als Redakteurin musste ich an den Nagel hängen. Der Hektik und dem Zeitdruck hielt mein neues ICH nicht mehr stand.

Meine Konzentration reicht seit dem SA grad mal für maximal 4 Stunden (aber, leider auch nicht jeden Tag) danach passieren Fehler, die ich selber oder besser gesagt mein Gehirn nicht mehr als solche erkennen. Dieser Schaden bleibt leider irreparabel. Trotzdem bedauere ich den Schlaganfall nicht - im Gegenteil, so eigenartig das klingen mag, durch ihn habe ich Lebensqualität zurückgewonnen. Ich hatte Zeit. Zeit, um endlich mein Buch zu schreiben, dass schon so lange in mir schlummerte und nur ab und zu die Augen öffnete und leise hüstelte, um mich daran zu erinnern, dass es noch geschrieben werden wollte.

  

Warum kein Verlag?

Das Buch habe ich geschrieben, weil ich etwas zu erzählen hatte und noch immer habe. Neben der Schreiberei fotografiere ich auch gerne. Also war die Gestaltung des Buchcovers ebenfalls ganz mein Ding. Am Ende hat eine Lektorin mein Skript zweimal korrekturgelesen und noch einige kleine Fehler entdeckt. Seit bald einem Jahr ist das Buch nun veröffentlicht. Mein Manuskript habe ich nach reiflicher Überlegung nie einem Verlag geschickt. Ich will mich nicht abhängig machen und muss vom Schreiben nicht zwingend leben. Als unabhängiger Freigeist entscheide ich gern selber, wie ich lebe und welcher Weg für mich der beste ist, obwohl dieser dann in den meisten Fällen nicht der einfachste ist.

Also wurde ich Selfpublisherin, denn ich mag es, die Dinge selbst unter Kontrolle zu haben. Auch möchte ich mir die Leidenschaft für das Texten bewahren und der Muse ihre Zeit lassen. Redaktionsschluss und Abgabetermine hatte ich schon mal. Brauche ich nicht wieder. 

Für diesen Blog werde ich keinen Korrekturleser beauftragen. Also, wer hier Fehler findet, darf sie mir gern unter die Nase reiben oder einfach behalten ;-).

 

Herzlichen Dank allen, die bis hierher gelesen haben.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag!



Herzlichst eure 

JCR

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Kommentare: 1
  • #1

    Karl (Dienstag, 20 Juli 2021 13:27)

    Ich lese gern und viel. Selbst in von grossen Verlagen veröffentlichten Büchern finde ich Fehler.